Bei mir wurde vor wenigen Wochen Diabetes Mellitus diagnostiziert. Inzwischen habe ich einiges über diese Stoffwechselkrankheit gelernt. Ursachen, Wirkungen, Folgen und wie man mit der Krankheit umgeht.
Interessanterweise stosse ich bei Gesprächen mit Verwandten und Bekannten immer wieder auf ziemliche Unkenntnis was ein Diabetiker Essen darf und was nur in Maßen unter Insulingabe zu sich genommen werden darf.
Ernährungsirrtümer bei Diabetes
Fast immer wird behauptet: Ein Diabetiker muß auf die Fettaufnahme in der Nahrung achten. Das stimmt so nicht ganz. Übermäßiger Fettverzehr ist sowohl für den Diabetiker als auch für den Nichtdiabetiker sehr ungünstig. Fett wird aber für die Insulinberechnung nicht berücksichtigt.
Ein Diabetiker muß auf die Kohlenhydrate achten. Die Kunst ist es, den Kohlenhydratgehalt der nächsten Mahlzeit richtig einzuschätzen und die dafür nötige Insulinmenge zu spritzen.
Aber wo stecken überall Kohlenhydrate drin? Hilfreich ist ein Blick auf die Nährwertangaben auf der Verpackung eines Nahrungsmittels. Die enthaltenen Kohlenhydrate werden (fast) immer angegeben. Bei selbstzubereiteten Mahlzeiten reicht ein Blick auf die Rezeptur und dort die Suche nach Mehl (70% KH), Zucker (100% KH), Stärke (100% KH), Nudeln (50g roh: 35g KH = 3 BE! 42g gekocht = 1,0 BE!), Reis (50g roh: 38g KH = 3,2 BE! 150g gekocht: 35-41g KH = 2,9-3,4 BE!).
Wurst, Fleisch und Käse haben keine Kohlenhydrate und müssen deshalb auch nicht angerechnet werden. Jedoch ist es sehr wichtig zu wissen, daß fettreduzierte Sorten mit Kohlenhydraten angereichert werden – für den Geschmack und die Bindung. Also lieber auf normale Wurst- und Käseprodukte zurückgreifen. Das gleiche gilt auch für fettreduzierte Joghurts. Vergleichen Sie bei Ihrem nächsten Einkauf die Nährwertangaben eines Sahnejoghurts mit einem Diät-Joghurt und achten Sie auf die Kohlenhydrate…
Die meisten Gemüsesorten haben keine oder kaum Kohlenhydrate. Ausnahmen: Dicke Bohnen (100g = 1BE), Mais (70g = 1BE), Erbsen (100g = 1BE), Zuckermais (80g = 1BE), Maiskolben (170g = 1BE), Rote Beete (140g = 1BE).
Obst und Fruchtsäfte müssen ebenfalls angerechnet werden. Ein Apfel hat 1 BE. Ein Glas Orangensaft (250 ml) hat 2 BE.
Um vom Kohlenhydratgehalt auf die Broteinheiten (BE) zu kommen muß dieser durch 12 geteilt werden. Eine BE entspricht einer Insulineinheit (IE) damit der Diabetiker weiß wieviel Insulin er spritzen muß. Allerdings ist es doch nicht ganz so einfach, denn es kommt noch auf die Tageszeit an: Morgens benötigt der Körper für eine BE wesentlich mehr Insulin als Mittags. Abends steigt der Bedarf dann wieder an. Dies sind die sogenannten BE-Faktoren. Momentan habe ich folgende BE-Faktoren: Morgens 3,33; Mittags 2,0; Abends 2,67 – d.h. pro 1 BE muß ich morgens 3,33 IE spritzen.